Bittenfeld siegt im umkämpften Spitzenspiel


Es hätte alles so perfekt werden können für die Überraschungsmannschaft des Jahres aus Rimpar. Die Voraussetzungen waren gegeben um dem unerwarteten Traum in der zweiten Handball Bundesliga einen großen Schritt näher zu kommen, sowohl was die Ausgangsposition in der Tabelle betrifft, auch das Selbstvertrauen war nach vier Siegen in Serie vorhanden und mit der seit Tagen ausverkauften sOliver Arena, deren Kulisse die moralische Unterstützung sicherstellt, war ebenfalls der passende Rahmen geschaffen.
Schon die ersten Aktionen zeigten bei den Grün-Weißen eine leichte Mischung aus Respekt und Unsicherheit, als sowohl im Angriff der allerletzte Zug zum Tor manchmal fehlte und auf der Gegenseite die bekannt wurfstarken Rückraumspieler der Gäste mehr begleitet als attackiert wurden. So markierte der Zweimeter-Hüne Dominik Weiß mit seinem Kracher zum 1:3 nach drei Minuten bereits den dritten Treffer aus der Distanz. Erst nach sechs Minuten, als die in der Abwehr deutlich beherzter zupackenden Gäste ihre erste Zeitstrafe absitzen mussten, kamen die Hausherren besser ins Spiel und konnten durch Sebastian Kraus zum 5:5 ausgleichen.
Ab hier verlief die Partie auf Augenhöhe, ganz zur Freude der mit fiebernden Zuschauer in der brodelnden Arena, in welcher die ca. 200 Gästefans für einen deutlich hörbaren Gegenpol sorgten. Den zwischenzeitlichen 6:8 Rückstand nach einem Schweikardt Treffer, egalisierte Dominik Schömig mit zwei Toren hintereinander, bevor Jan Schäffer beim 9:8 für die umjubelte erste DJK Führung sorgte. Es sollte die einzige des ganzen Spieles bleiben.
Bis zur Pause hielten die stets torgefährlichen Bittenfelder die eigene Fehlerquote nahe Null und während die Torhüter auf beiden Seiten durch tolle Paraden glänzten, waren es bei den jungen Gastgebern ein paar Fehler zu viel, welche den Vorteil wieder zu den Schwaben wechseln ließ, so dass mit einer dem Spielverlauf entsprechenden 2-Tore Gäste Führung die Seiten gewechselt wurden.
Wieder waren es nach dem Wiederanpfiff ein paar Unkonzentriertheit bei den Wölfen, die zwar häufig einen Akteur freispielen konnten, dann aber den letzten Ball zu ungenau spielten, oder einfache Pässe nicht zu fassen bekamen, was den lauernden Wild Boys in die Karten spielte. Im Stile einer Spitzenmannschaft nahmen sie die Geschenke an und zogen schnell auf 12:16 davon. Doch die Heimsieben blieb bissig, bis zur vierzigsten Minute war nach einem Schmitt Treffer beim 16:17 der Anschluss wieder hergestellt und der Lautstärkepegel auf den Rängen steigerte sich von Minute zu Minute. Michael Schweikardt schloss eine bestens genutzten Überzahlzeitraum zum 16:20 für seine Farben ab, aber die Wölfe waren nun ebenfalls heiß gelaufen. Winkler, Schmitt und zweimal Brielmeier brauchten fünf Minuten um beim 20:20 die Halle in ein Tollhaus zu verwandeln und die letzten acht Minuten mussten nun die Entscheidung bringen.
Vor allem jetzt war die deutlich größere Erfahrung der große Trumpf der Gäste, die strukturiert und präzise ihre Kanoniere Dominik Weiß und Djibril M`Bengue in Position brachten, die gnadenlos ihre Würfe versenkten. Auf der anderen Seite zeigte der 65-fache kroatische Nationaltorhüter Dragan Jerkovic seine Routine, parierte zum vierten Mal einen Wölfe Strafwurf und wurde mehr und mehr zum unüberwindlichen Hindernis für mit dem Mut der Verzweiflung weiterkämpfenden Hausherren. Doch für eine weitere Wende sollte es nicht mehr reichen und so feierte der TVB mit seinen Fans in Würzburg, mit gleichem Punktestand wie die Wölfe, die Rückkehr auf Tabellenplatz 2, was die Verfolgergruppe noch enger zusammenrücken lässt.
Dennoch war es zweifellos eine Werbung für den Handballsport auf hohem Niveau, welche die ebenfalls mitgenommenen Zuschauer durch tosenden Applaus nach dem Abpfiff bekundeten. Auch wenn sich die Mehrheit in der sOliver Arena einen anderen Ausgang gewünscht hatte, honoriert man die Leistung der lokalen Helden, die am Freitagabend zum Großteil direkt von ihrem Arbeitsplatz zum Spitzenpiel fuhren und dort einen beherzten Auftritt ablieferten.
Statistik:
Rimpar: Brustmann, Leikauf – L. Spieß, Kraus 2, Schmitt 3, Schömig 4/2, Schäffer 2, Kaufmann 2, Drude, T. Spieß 1, Bötsch 2, Winkler 3, Brielmeier 3, Sauer.
Bittenfeld: Jerkovic, Sdunek – Kienzle, N. Kretschmer 2, Weiß 8, Schweikardt 5, Friedrich 5/1, M’Bengue 4, Baumgarten, Bischoff, Sundberg, Seiz 1, Heib, F. Kretschmer 1.
Siebenmeter: DJK 6/2 – TVB 2/1
Zeitstrafen: DJK 4x 2min – TVB 5x 2min
Zuschauer: 3075 (ausverkauft).
Schiedsrichter: Fabian Baumgart / Sascha Wild (Neuried/Offenburg)
Spielfilm: 0:2, 1:3, 3:5, 5:5, 6:8, 9:8, 9:12, 11:13 (Halbzeit), 11:15, 12:16, 15:16, 16:18, 16:20, 20:20, 21:21, 21:25, 22:26 (Endstand).

Fränkische Weinkönigin krönt Thomas Lurz und Daniel Sauer zu den Siegern
Benefizaktion beim Heimspiel der Wölfe Rimpar
Am vergangenen Freitag haben die Wölfe Rimpar gegen den TV Bittenfeld 26:22 vor 3.075 Zuschauern in der s.Oliver Arena Würzburg verloren. Gewinner war vor ausverkaufter Kulisse allerdings die gute Sache. Schwimmweltmeister Thomas Lurz erkämpfte für seine Thomas Lurz Stiftung im Duell der Giganten insgesamt 400,00 Euro in der Halbzeitpause. Sein Gegenüber, der Wölfe Rimpar Geschäftsführer Daniel Sauer, konnte ebenfalls 400,00 Euro für die Handballjugend der DJK Wölfe Rimpar erspielen.

Beim Heimspiel haben sich die Wölfe Rimpar gemeinsam mit ihrem Eventpartner, der Agentur Die Gebrüder Krimm aus Veitshöchheim, eine ganz besondere Aktion einfallen lassen. Thomas Lurz, mehrfacher Schwimmweltmeister und Olympiamedaillengewinner, trat in der Halbzeitpause gegen Daniel Sauer im Tor an.

Insgesamt acht Fränkische Hoheiten aus Mainfranken sind gegen Thomas Lurz und Daniel Sauer im Siebenmeterwerfen angetreten. Jede Prinzessin verfügte über zwei Würfe. Die Weinprinzessinnen und die Gärtnerkönigin warfen jeweils einmal auf das Tor mit Torwart Thomas Lurz und einmal auf das mit Torwart Daniel Sauer. Wurde verworfen oder hielt der Torhüter, steckte dieser das Preisgeld von 50 Euro pro Wurf ein. Traf eine Weinprinzessin, erhielt der jeweils andere Keeper den Betrag. Dieser floss natürlich nicht in die eigene Tasche, sondern war für die gute Sache bestimmt. Thomas Lurz kämpfte für seine Thomas Lurz Stiftung und Daniel Sauer legt sich für die Handballjugend der DJK Wölfe Rimpar ins Zeug. Der Gesamtwert beläuft sich auf 800 €, der von der Sparkasse Mainfranken zur Verfügung gestellt worden ist. Die beiden Spendenschecks wurden vom Sparkassen Gebietsdirektor Würzburg-Stadt Manfred Heuer übergeben.
Moderiert wurde diese Aktion von Norbert Hufgard von TV-Touring Fernsehen.
Die beiden Sieger wurden gleich im Anschluss durch die neue Fränkische Weinkönigin Kristin Langmann gekürt. Beide erhielten außerdem von ihr einen „Flüssigen Geschenkekorb“ überreicht. Sie hat es sich nicht nehmen lassen, allerdings außer Konkurrenz, ebenfalls den Handball in die Hand zu nehmen und selbst auf das Tor der beiden zu werfen. Erfolgreich, wie es sich für eine Königin gehört.
Weitere Informationen: www.rimparerhandballer.de und facebook.com/rimparerhandballer
Foto: Von Die Gebrüder Krimm. V.l.n.r.: Michael Jodl, Die Gebrüder Krimm, Norbert Hufgard, Moderation, Manfred Heuer, Daniel Sauer, Thomas Lurz und Kristin Langmann. In der ersten Reihe die Fränkischen Weinprinzessinnen aus der Region und die Gärtnerkönig von Etwashausen.