Wespen brauchen Wasser


Hungrige und durstige Wespen, genervte Menschen. Gefühlt sind in diesem Jahr besonders viele und besonders aggressive Wespen unterwegs. Woran liegt das und was können wir dagegen tun?
Milde Winter sorgen dafür, dass die Wespen gut überwintern. Zudem ist ihr Nahrungsangebot in den heißen Sommermonaten geringer und ihre Brut muss durchgefüttert werden, so dass sie sich hungrig auf unseren Tischen auf die Suche machen. Wer im Freien Eis oder Zwetschgenkuchen isst, wird daher in jedem August zwangsläufig Bekanntschaft mit Wespen machen, deren Stiche nicht nur von Allergikern gefürchtet werden. Dabei fliegen die Tiere nicht nur auf Süßes, sondern sie brauchen zur Versorgung der Brut und der Larven auch Eiweiß. Deshalb sind Wurst und Fleisch bis Ende Juli bei Wespen beliebt, im Spätsommer, wenn die Jungtiere versorgt sind, fliegt die Wespe eher Süßes an.
Warum fallen derzeit so viele Wespen aber auch über Kinderspielplätze, insbesondere die Würzburger Wasserspielplätze auf beiden Landesgartenschaugeländen, her? Die Antwort ist einfach: Wespen brauchen Wasser. Bei großer Hitze müssen sie ihre Nester kühlen. Dazu sammeln sie Wasser und transportieren es zu einzelnen Waben. Dort sorgen sie durch Flügelfächerung für die Verdunstung des Wassers. Das Gartenamt informiert daher mit Infotafeln an den Spielplätzen über das richtige Verhalten.
Die Gemeine Wespe (Vespula vulgaris) und die Deutsche Wespe (Vespula germanica) ist nach dem Bundesnaturschutzgesetz allgemein geschützt und darf grundsätzlich nicht getötet werden. Denn die Bedeutung der Wespen für das Ökosystem ist nicht zu unterschätzen: Erwachsene Wespen ernähren sich von Blütennektar und tragen dadurch zur Bestäubung von Blüten bei. Außerdem zersetzen sie Aas und gelten als Schädlingsbekämpfer. Wespen helfen bei der Gartenarbeit, indem sie Mücken, Raupen und Spinnen zur Strecke bringen. Und sie sind Futter für andere Tiere, Igel, bestimmte Käferarten oder Spitzmäuse verspeisen die Wespenbrut.

Tipps zum Umgang mit Wespen
1. Ein kleines Wasserschälchen abseits vom Tisch kann helfen, die Tiere auf Entfernung zu halten, ebenso wie das Abdecken von Nahrungsmitteln im Freien.
2. Bitte Ruhe bewahren und nicht herumfuchteln. Wespen stechen nur, wenn sie sich bedroht fühlen.
3. Bitte Wespen nicht anpusten. Das Kohlendioxid in der Atemluft macht die Tiere aggressiv.
4. Den Verzehr von Eis o. ä. im Freien wenn möglich vermeiden. Da Blütennektar im August weniger verfügbar ist, stürzen sich die Wespen vermehrt auf Süßes.
5. Leuchtende Kleidung kann mit Blüten verwechselt werden.
6. Suchen Sie bei einer starken Reaktion auf einen Wespenstich einen Arzt auf.

Fotos: Gartenamt/Lenz